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irgendwas braucht man ja als produkt, als ergebnis, als resultat. irgendwas muss man ja zeigen können, der welt und sich. irgendwas in irgendeiner präsentablen form weil sonst ist es ja so, als habe man überhaupt gar nichts gemacht all die zeit und nichts geleistet und dann ist man ja niemand mehr und überhaupt. da sitzt man dann auf seinem stuhl in seiner bar vor seinem siebenten schnaps und dann überlegt man so herum, was habe ich eigentlich die letztem jahre so getrieben und wenn man nicht gerade politiker oder sowas ist (denn für die führt die öffentlichkeit protokoll), dann merkt man auf einmal, dass man überhaupt gar nichts hat, in den händen und manchmal sogar nicht mal im kopf. selbst als fotograf, da fotografiert man halt so hier und da und drumherum aber irgendwie hat man dann zwar jede menge bilder aber was bringt das, ohne überblick. musiker zu sein, das wäre doch genial, denkt man sich dann. so einfach ein lied nach dem anderen, ausdenken, runterspielen, aufnehmen. das wär doch mal ne struktur. und dann noch zwischendurch so ein paar coole tournees. das wärs doch. was man dann nur bloß mit den ganzen liedern machte. mehr als mit all den fünfzigmillionentausend bildern und den notizbüchern vollgeschrieben mit pseudointuitiven gedankensprüngen und bedeutungsschwangeren floskeln?

und dann schreibt man hier halt so an einem blog herum und glaubt.

wenn man nicht in eine solche gottverdammte schule, wo denn bitte dann? was soll denn die scheiße? labels. gut gemeint hin oder her, die menschen sind so einfach und engstirnig. man dachte, das wird besser mit dem alter und vielleicht wird es das ja auch noch aber jetzt und hier ist es zum kotzen und scheiß lästig.

manchmal hat man einfach keinen bock mehr.

dann hilft allerdings wirklich gute musik: http://www.youtube.com/watch?v=s2p1qxWdUc0

Wir leben in einer riesengroßen Blubberblase, hier, in unserer „westlichen“ Welt, der Welt, wo Existenzsorgen im äußersten Falle heißen, dass man vom Staat Haus& Brot bekommt. Niemand muss sich im Regelfall allzu großartig um sein Überleben bemühen, sich gegen den Tod verteidigen. Es wirft uns in ein großes Loch, dass wir nicht mehr jeden Tag um unser Leben sondern lediglich um das neueste iPhone bei dessen Erscheinen kämpfen müssen. Da ist es ja schon absolut natürlich, wenn man den Boden unter den Füßen verliert, besonders als „Künstler“. Depressionsstatistiken als Wohlstandsgesellschaftsindikator, da ist schon ein bisschen was dran.

Und doch bin ich glücklich. So glücklich und zufrieden hier und jetzt. Und wenn ich auch kaum ein paar Meter vom Abgrund entfernt bin, springe ich doch freudestrahlend über bunte Blumenwiesen, gleich direkt nebenan. Mit dem Rücken zur Klippe, versteht sich.

Es klingt kompliziert. Aber das ist es nicht.

Ich vermute, ich habe mich eines Tages für das Leben und gegen den Tod entschieden.

Ich bin gespannt, wie lange das gut geht.