ich lege meine hand auf die brust, ganz langsame senke ich meine hand hinab, auf den brustkorb, lasse sie immer schwerer werden, fühle, wie sich der brustkorb hebt und senkt und ich fühle auch das herz wie es klopft unter meiner handfläche.

ich ziehe kreise. meine hand wandert zum bauchnabel und auch darüber hinweg, sie streicht über die rechte hüfte und dreht sich, wie ein schiff, ein boot, über die nase (dem mittelfinger) nach links und hinüber zur linken hüfte und da bleibt sie liegen.

irgendwas braucht man ja als produkt, als ergebnis, als resultat. irgendwas muss man ja zeigen können, der welt und sich. irgendwas in irgendeiner präsentablen form weil sonst ist es ja so, als habe man überhaupt gar nichts gemacht all die zeit und nichts geleistet und dann ist man ja niemand mehr und überhaupt. da sitzt man dann auf seinem stuhl in seiner bar vor seinem siebenten schnaps und dann überlegt man so herum, was habe ich eigentlich die letztem jahre so getrieben und wenn man nicht gerade politiker oder sowas ist (denn für die führt die öffentlichkeit protokoll), dann merkt man auf einmal, dass man überhaupt gar nichts hat, in den händen und manchmal sogar nicht mal im kopf. selbst als fotograf, da fotografiert man halt so hier und da und drumherum aber irgendwie hat man dann zwar jede menge bilder aber was bringt das, ohne überblick. musiker zu sein, das wäre doch genial, denkt man sich dann. so einfach ein lied nach dem anderen, ausdenken, runterspielen, aufnehmen. das wär doch mal ne struktur. und dann noch zwischendurch so ein paar coole tournees. das wärs doch. was man dann nur bloß mit den ganzen liedern machte. mehr als mit all den fünfzigmillionentausend bildern und den notizbüchern vollgeschrieben mit pseudointuitiven gedankensprüngen und bedeutungsschwangeren floskeln?

und dann schreibt man hier halt so an einem blog herum und glaubt.